Ein lächelnder Abschied für Wolfgang Weik
Viele, sehr viele Menschen kamen in das evangelische Gotteshaus, um sich von „ihrem“ Pfarrer zu verabschieden: Nach rund acht Jahren in Höhr-Grenzhausen verlässt Wolfgang Weik die Evangelische Kirchengemeinde und tritt im Juli sein Amt als Dekan an. Dann ist er der Dienstvorgesetze der Pfarrerschaft im Dekanat Selters.
Doch zuvor erlebten Weik und die zahlreichen Besucher einen ausgesprochen bunten Abschiedsgottesdienst: Luftballons verbreiteten Feierstimmung, gelbe und grüne Tücher setzten farbliche Akzente. Und die Liturgie war ebenfalls alles andere als grau in grau – auch dank der vielen musikalischen Farbtupfer wie dem Gesang der Kantorei oder dem furiosen Trommelstück der kleinen und großen Musiker des Kindergartens. Ein lächelnder Abschied für den künftigen Dekan. Und einer, der optimistisch nach vorne blicken lässt: Denn das Motto des Gottesdienstes - „Ihr sollt ein Segen sein“ - ist für Wolfgang Weik Wunsch und Ermutigung zugleich. „Ihr könnt ein Segen sein!“, gab der scheidende Pfarrer seinen Schäfchen mit auf den Weg und illustrierte diesen Zuspruch mit der Geschichte des Schusters Martin, der dank seines Hörens auf Gott zum Segen für die Menschen geworden ist.
Auch Wolfgang Weik hat sich Zeit genommen, um mit Gott ins Gespräch zu kommen. Und auch er hat segensreiche Spuren in Höhr-Grenzhausen hinterlassen, wie sein Kollege Matthias Neuesüß in Erinnerung rief: „Du hast viele Dinge angestoßen und bewirkt“, sagte er an Weik gewandt und lobte beispielsweise dessen Engagement in der Friedensarbeit, in der Zusammenarbeit mit der „Tafel“ und den Kindergärten oder der Kooperation mit den Kommunen. „Bei allem, was Du angeregt hast, wolltest Du aber nie im Mittelpunkt stehen, sondern das ,Füreinander' und das ,Miteinander' waren stets Dein Ziel.“ Ein Ziel, das Weik mit Energie, Freundlichkeit und Toleranz verfolgt hat – auch gegenüber anders- und nichtgläubigen Menschen, unterstrich Neuesüß.
Dass das Miteinander auch nach Weiks Weggang erhalten bleiben soll, symbolisierten schließlich Hunderte Meter Kordel. Die spannten die Besucher am Ende des Gottesdienstes quer durchs Kirchenschiff – so lange, bis jeder mit jedem verbunden war. Eine Verbundenheit, von der nicht nur Wolfgang Weik hofft, dass sie seine Amtszeit in Höhr-Grenzhausen überdauert. (bon)
Auslagerung: Ein vielseitig engagierter Pfarrer
Während seiner Zeit in Höhr-Grenzhausen sind Wolfgang Weik viele Dinge ans Herz gewachsen – nicht nur die Mitarbeiter der Kirchengemeinde. Ein besonderes Anliegen war Weik stets die Arbeit des Evangelischen Kindergartens „Die Kinderarche“, der sich in der Trägerschaft der Kirchengemeinde befindet. Gerne erinnert sich Weik auch an seine Zeit als Lehrer im Gymnasium und der Schillerschule und schwärmt noch heute von den begabten, humorvollen und charakterstarken Jugendlichen, die er währenddessen kennenlernen durfte.
Wertvolle Erfahrungen hat Weik auch in den Seniorenheim der Arbeiterwohlfahrt und dem Wohnheim „Bethesda“ sammeln können. Und die Zusammenarbeit mit der katholischen und islamischen Gemeinde sowie den Vereinen und der Kommune ist seit 2003 ebenfalls intensiver geworden.



Kommentare
Kommentar hinzufügen